REM Schlaf: Unsere Schlafphasen – die Wellen der Nacht

In der modernen Schlafforschung unterscheiden wir vier Schlafstadien (Non-REM 1-3 und REM). Die vierte Phase wird als REM-Phase bezeichnet und verbirgt viele spannende Abläufe.

Das Durchlaufen sämtlicher Schlafstadien bis zum REM-Schlaf wird „Schlafzyklus“ genannt. Dieser dauert zwischen 80 und 100 Minuten, im Schnitt ca. 90 Minuten. Je nach Gesamt-Schlafdauer kommt ein Mensch damit auf ca. 4-5 Schlafzyklen (REM-Schlafphasen) pro Nacht. Aber wie viel REM-Schlaf ist gesund?

Bei Erwachsenen variiert die benötige Schlafdauer zwischen 5 und 9 Stunden pro Nacht, wobei nur etwa 10% der Bevölkerung nur 5-6 Stunden Schlaf braucht (darunter viele Manager*innen und Spitzenpolitiker*innen). 10 % der Menschen benötigen 8-9 Stunden und 70-80 % der Bevölkerung 7 bis 8 Stunden Schlaf, um langfristig gesund und fit zu sein. Um entspannt zur Ruhe zu kommen, können Sie beispielsweise eine Meditation zum Einschlafen probieren. So vergessen Sie Ihre Alltagspflichten und schlafen schneller ein.

Was bedeutet REM-Schlaf?

Das „REM“ in REM-Schlaf steht für Rapid Eye Movements, übersetzt: schnelle Augenbewegungen. Nachweisbar sind die einzelnen Schlafstadien über Hirnstrommessungen (EEG), Messungen der Augenbewegungen (EOG) und der Muskelspannung (EMG). Aus diesen drei Parametern setzt sich das sog. Schlaftiefenprofil (Hypnogramm) zusammen. Etwa 20-25 % der Schlafenszeit eines Erwachsenen sollte auf den REM-Schlaf entfallen, bei Neugeborenen ist es deutlich mehr (siehe Abbildung).

REM phases

REM-Schlafphasen im Überblick:

Schlafstadium 1 bezeichnet den Übergang vom Wach­ zum Schlafzustand bzw. ganz leichten Schlaf.

Schlafstadium 2 markiert den Zeitpunkt des tatsächlichen Einschlafens und gilt als mitteltiefer Schlaf, in dem wir die meiste Zeit der Nacht (40-50 %) verbringen. Sie ist damit die REM-Phase mit der höchsten Dauer. In dieser REM-Phase sinkt die Körpertemperatur und die Herzfrequenz verlangsamt sich.

In den Schlafstadien 3 und 4 ist der Tiefschlaf erreicht. Ein Zustand des tiefen und erholsamen Schlafes, auch bekannt als Langsamwellen-Schlaf oder Delta-Schlaf. In dieser REM-Schlafphase entspannen sich die Muskeln und der Körper repariert, regeneriert und erneuert Zellen und Gewebe. Das Wachstumshormon wird freigesetzt, das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, Knochen, Haut und Muskeln wachsen und Energiespeicher werden aufgefüllt. Diese REM-Phase dient also der Regeneration vieler Körperfunktionen.

Nun folgt der REM-Schlaf, in dem unsere Muskelspannung am meisten herabgesetzt ist, die Hirndurchblutung dafür fast so hoch ist, wie im Wachzustand. Die erste REM-Phase kommt im Schnitt nach 60-90 min. Schlaf und dauert ca. 10 Minuten, in den folgenden Schlafzyklen der Nacht verlängern sich die REM-Phasen. Die letzte Phase des REM-Schlafs hat eine Dauer von bis zu einer Stunde.

Merkmale des REM-Schlafes

  • Schnelle Augenbewegungen treten auf
  • Die Muskelspannung erreicht einen Tiefpunkt.
  • Herz­schlag- und Atemfrequenz können variieren
  • Gehirn und Sexualorgane werden stärker durchblutet.
  • Während des REM-Schlafs ist unser Gehirn fast so aktiv wie im Wachzustand.
  • Wird ein Mensch in dieser Phase geweckt, kann er oder sie sich gut an seine oder ihre Träume erinnern.

Besonderheiten des REM-Schlaf?

Die REM-Schlafphase wird auch als Traumschlafphase bezeichnet. In der Schlafforschung geht man davon aus, dass in dieser REM-Phase Eindrücke und Erlebnisse des Tages verarbeitet werden. Sie gilt neben dem Tiefschlaf als wichtigste Erholungsphase der Nacht. Ein cleverer Schutzmechanismus des Körpers setzt nun ein: Das Gehirn signalisiert dem Rückenmark in dieser REM-Schlafphase, dass eine vorübergehende Lähmung der Arme und Beine einsetzen soll, um mögliche Verletzung durch ruckartige Bewegungen während des Träumens zu verhindern. Dieser Bewegungsmangel wird auch als Atonie bezeichnet.

REM-Schlaf ist oft mit sehr lebhaften Träumen verbunden. Da die Muskeln ruhiggestellt sind und das Gehirn sehr aktiv ist, wird diese REM-Schlafphase manchmal als paradoxer Schlaf bezeichnet. 

Was passiert bei nicht ausreichendem oder gestörten REM-Schlaf?

REM-Schlaf stimuliert u. a. Bereiche des Gehirns, die zum Lernen verwendet werden. In Studien könnte man zeigen, dass eine REM-Schlafstörung dazu führen kann, Erlerntes nicht dauerhaft abrufen zu können. Die Probanden konnten sich an Erlerntes vom Vorabend nicht erinnern, da das Gehirn keine Möglichkeit hatte die neuen Informationen abzuspeichern. Regelmäßiger Konsum von Alkohol kann dazu führen, dass die REM-Phasen und deren Dauer verkürzt sind. Auch die Kreativität und die Problemlösungskompetenz kann unter REM-Schlafstörungen leiden, genauso leiden unsere motorischen Fähigkeiten am Tage besonders, wenn der REM-Schlaf gestört oder verkürzt wird.

Dr. med. Michael Feld ist Allgemeinarzt, Somnologe (DGSM) und Schlafmediziner. Als Arzt, Autor, Referent und gern gesehener Experte in zahlreichen Medien und TV-Formaten bringt er bereits seit vielen Jahren das wichtige Thema Schlafmedizin & Schlafforschung in das öffentliche Bewusstsein.

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